Das tödliche Ereignis im andalusischen Adamuz in der Provinz Córdoba hat Spanien tief erschüttert, sorgt aber gleichzeitig für heftige politische Diskussionen. Während Rettungsdienste und Ermittler noch voll beschäftigt sind und Spezialisten die Ursachen des Unglücks untersuchen, nutzen einige Parteien und Medien die Tragödie, um sich gegenseitig anzugreifen, was zu wachsender Kritik an dieser Vorgehensweise führt.
Zunächst hatten sich die politischen Parteien darauf geeinigt, zusammenzuarbeiten und sich auf die Unterstützung der Opfer und ihrer Familien zu konzentrieren. Diese politische Ruhe hielt jedoch nicht lange an. Bereits in den ersten Stunden nach dem Drama kursierten zahlreiche Falschmeldungen, und vor allem die rechtsextreme Partei Vox machte die Regierung direkt für die Tragödie verantwortlich. Später mischte sich auch die größte Oppositionspartei PP in die politische Debatte ein.
Nach Angaben der konservativen Partido Popular verhält sich die Partei verantwortungsbewusst und zurückhaltend. Die Parteiführung betont, dass sie keine harten Vorwürfe gegenüber der Regierung erhoben habe und stolz auf eine Haltung sei, die ihrer Meinung nach den Opfern und ihren Familien gegenüber respektvoll sei. Innerhalb der PP wird darauf hingewiesen, dass man sich davon fernhalte, politische Gegner als Schuldige zu bezeichnen.
Gleichzeitig wird innerhalb der PP-Partei zunehmend Unzufriedenheit über das Vorgehen der Zentralregierung laut. So wird über mangelnde Kommunikation und das Ausbleiben eines direkten Kontakts seitens des Premierministers geklagt. Nach Ansicht der PP ist Transparenz unerlässlich, insbesondere in Zeiten nationaler Trauer.
Ganz anders ist der Ton bei Vox und verwandten Medienkanälen. Bereits in den ersten Stunden nach Bekanntwerden der Nachricht wurde die Tragödie zum Anlass genommen, die Regierung scharf anzugreifen. In sozialen Medien und Meinungsbeiträgen ist von Misswirtschaft und politischer Verantwortung die Rede, noch bevor Klarheit über die Ursache des Dramas herrscht.
Diese schnelle Politisierung stößt auf viel Kritik. Kommentatoren und linke Medien halten es für unangemessen, eine Tragödie mit Opfern zu nutzen, um politische Punkte zu sammeln. Sie weisen darauf hin, dass solche Reaktionen den Hinterbliebenen zusätzlichen Schmerz zufügen und die Gesellschaft weiter spalten können.
Die Regierung selbst ruft zur Ruhe und zum Respekt auf. Solange die Untersuchung läuft, sollte laut Kabinett jede Form der Schuldzuweisung vermieden werden. Zuerst müssen die Fakten auf den Tisch kommen, dann kann die politische Debatte folgen.
Quelle: Agenturen




